Ein Brief aus Bujumbura

Bujumbura, den 24.08.2014

Liebe Freundinnen und Freunde von Nouvelle Espérance,
Unsere Mitarbeiter und alle unsere Mitglieder möchte Ihnen mal wieder einen herzlichen Gruß senden. Es ist Trockenzeit. Aber Burundi hat genügend Quellen um uns mit gutem Wasser zu versorgen. Auch wenn die grosse Armut uns viel zu schaffen macht, so können wir doch normal leben und arbeiten weil im Land Frieden herrscht.

Unter den 2623 Mitgliedern – wir reden nicht gerne von Kranken – gibt es immer noch welche die unter Diskriminierung zu leiden haben. Concilie wurde sofort von ihrem Mann aus seiner Verwandtschaft verjagt als man erfuhr dass sie Aids hatte: „Obwohl alle den Teller miteinander teilten, auch sogar die kleinen Kinder, durfte ich nicht mehr am gemeinsamen Teller mitessen Man gab mir einen Ersatzteller, Löffel und Becher. Ich durfte nur noch meine eigenen Sachen berühren. Durch die mobile Küche, wo alle miteinander essen, und mit all den Informationen und Gruppengesprächen hat sich die Situation geändert. Ich bin wieder voll in der Gemeinschaft integriert und auch viele Nachbarn und Bekannte haben sich auf Aids testen lassen.“

Die Überschwemmung in der Nacht vom 9. zum 10. Februar 2014 hat in der Nordebene von Bujumbura viele Häuser total weggeschwemmt oder zerstört. Es gab auch viele Tote. In der Kirche und in den Klassenräumen der Filiale Buterere konnten viele unterkommmen. Die Regierung und das Rote Kreuz haben auch Zelte gebracht. Dank eurer Hilfe konnten wir vielen mit Nahrungsmitteln und Kleidern helfen und danach mit der Reparatur der zerstörten Häuser und dem Wiederaufbau beginnen. Es bleibt aber noch sehr viel zu tun, denn in diesen Stadtvierteln leben gerade die Ärmsten der Armen. So beansprucht uns der Wiederaufbau noch recht stark und für längere Zeit.

Ein Brief aus Burundi
Ein Brief aus Burundi von unserem Partnerprojekt „Nouvelle Espérance“.

64 Jugendliche, meist Waisen, machen derzeit eine Ausbildung um ihr Leben selber verdienen zu können als Koch, Schreiner, Maurer, Mechaniker oder Friseur. Andere lernen wie sie Mischmehl herstellen können mit geröstetem Mais, Sorgho und Soja. Eine weitere Gruppe bekam das nötige Material und lernt lokale Seife herzustellen. Danke für Eure Hilfe!

In zwei Wochen ist Schulbeginn. Dank Ihrer Unterstützung können wir 1717 jungen Menschen helfen, dass sie die Schule weitermachen können. Davon gehen 927 in die Primarschule und 790 in die Oberschule, alle sind sie Aids- oder Kriegswaisen oder Kinder und Jugendliche in unmöglichen Lebensumständen. So können diese Burschen und Mädchen eine normale Schulbildung mitmachen, was ja die Basis bildet für jede weitere Berufausbildung. Sonst wären sie wahrscheinlich zu Straßenkindern geworden, und wer einmal auf der Staße gelandet ist kommt da kaum wieder heraus.

Ein Brief aus Burundi, Stempel
Ein Brief aus Burundi, Stempel

Danke für die Hilfe zum Kauf von Medikamenten die wir von der staatlichen Apotheke nicht erhalten und die sich die ganz Armen nicht leisten können! Dank Ihrer Unterstützung konnten wir auch einen Zusatz an Nahrungsmitteln jenen Kranken geben, die abgemagert und zu spät zu uns kommen. Wenn sie dann die Medikamente gut einnehmen kommen sie recht bald wieder zu Kräften, können ihrer Familie vorstehen und meistens auch wieder arbeiten.

Wir danken den Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg die zusammen mit Herrn Minister Peter Friedrich bei ihrem Besuch in Burundi trotz vieler Verpflichtungen bei Nouvelle Espérance einen guten Besuch machen konnten.

Danke dem Pater Provinzial der Afrikamissionare (Kongo, Ruanda, Burundi). Er hat Bruder Luciano Fuchs für Nouvelle Espérance freigestellt. Mit Freude arbeiten wir schon seit einem Monat zusammen. Luciano ist Missionar seit 10 Jahren und kommt aus Brasilien.

Im Namen aller Mitglieder und Mitarbeiter von Nouvelle Espérance alles alles Gute und Gottes Segen.
Niyonizigiye Emmanuel & Dr Emery Barutwanayo & P. Benno Baumeister.

Nouvelle Espérance | Archidiocèse de Bujumbura | B.P. 555 Bujumbura Burundi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.