Hepatitis

Es gibt verschiedene Formen der Hepatitis.
Gegen Hepatitis A und B ist eine Impfung möglich, gegen Hepatitis C nicht.

Die Hepatitis A macht in Deutschland etwa die Hälfte aller virusbedingten Leberentzündungen aus, weltweit ist sie die häufigste Form.

Wie kann ich mich mit Hepatitis A anstecken?
Das Hepatitis-A-Virus kommt u.a. im Stuhl (Kot) infizierter Personen vor, kann aber – anders als HIV – auch längere Zeit außerhalb des Körpers “überleben”. Übertragen wird es vor allem durch verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel (“Reisehepatitis”), z.B. durch ungeschältes Obst, Muscheln oder andere Meeresfrüchte. Du kannst dich aber auch auf direktem Weg infizieren. Eine Übertragung durch Blut, Speichel, Urin oder Sperma ist sehr selten.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Reisende in Länder Süd- und Osteuropa (auch Russland), Asien, Afrikas sowie Süd- und Zentralamerikas, in denen der Hygienestandard niedriger ist.
  • intravenös Drogen gebrauchende Menschen,
    Menschen, die in schlechten hygienischen Verhältnissen oder auf engem Raum leben (Inhaftierte, Gefängnispersonal, Heimbewohner/ innen),
  • Medizinisches und Pflegepersonal,
  • Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern.

Kondome können zwar das Ansteckungsrisiko senken, wirksamen Schutz gegen Hepatitis A bietet aber nur die

  • Schutzimpfung!

Wie kann ich mich vor Hepatitis A schützen?

  • Gegen Hepatitis A (und B) gibt es einen wirksamen Schutz durch Impfung. Normalerweise wird aktiv geimpft;

wenn es aber einmal schnell gehen muss (z.B. vor einer Reise), kann man sich auch fertige Antikörper verabreichen lassen (passive Immunisierung). Dieser Impfschutz hält aber nur etwa drei Monate.

  • Auf Reisen: Obst schälen, Wasser abkochen (kein frisches Eis/ keine Eiswürfel), kein ungekochtes Essen (Muscheln sind besonders riskant).
  • Beim Zusammenleben mit Infizierten: Desinfektionsmittel benutzen.

Woran kann ich erkennen, dass ich Hepatitis A habe?
Zwischen Ansteckung und Erkrankung (= akute Infektion) vergehen in der Regel 10 bis 40 Tage (Inkubationszeit).

Ansteckend für andere bist du aber schon zwei Wochen vor Auftreten der ersten Symptome. Mögliche Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Abneigung gegen Fett und Alkohol, Schmerzen auf der rechten Seite unter den Rippen, mäßiges Fieber. Während die Beschwerden bereits abklingen, kann sich die Haut gelb verfärben, der Urin braun und der Stuhl hell werden (Gelbsucht, Ikterus). Das geschieht aber viel seltener, als allgemein angenommen wird, nämlich nur in etwa einem Drittel der Fälle. Eine Hepatitis A wird deshalb oft fälschlich für eine Grippe gehalten.
Achtung : Alkohol, Medikamente und Drogen belasten die Leber zusätzlich.

Wie sieht es mit einer Behandlung aus?
Bei der Hepatitis A gibt es keine besondere Therapie. Empfohlen werden körperliche Schonung und ausgewogene, nicht zu fette Ernährung. Nach der akuten Erkrankung, die normalerweise 2 bis 4 Wochen dauert, heilt eine Hepatitis A von alleine aus. Der Körper ist danach gegen eine erneute Ansteckung mit Hepatitis A geschützt (immun).

Hepatitis B

Die Hepatitis B macht in Deutschland etwa ein Drittel aller Leberentzündungen aus.

Wie kann ich mich mit Hepatitis B anstecken?
Das Hepatitis-B-Virus findet sich in: Blut, Sperma, Speichel und Scheidensekret. Das bedeutet: Mit Hepatitis B kannst du dich leicht beim Sex anstecken, viel leichter als mit HIV! Zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr, Blasen (schon “bevor es kommt”), beim gemeinsamen Gebrauch von Sextoys (Dildos usw.) oder Küssen (selten). Infizieren kann man sich aber auch beim Kontakt mit Blut (z.B. beim Tätowieren, beim Piercing oder bei gemeinsamer Benutzung von Zahnbürsten oder Rasierzeug), mit Urin oder Kot.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern.
  • intravenös Drogen gebrauchende Menschen,
  • Inhaftierte, Gefängnispersonal, Heimbewohner/ innen,
  • Medizinisches und Pflegepersonal.

Wie kann ich mich vor Hepatitis B schützen?

  • Gegen Hepatitis B (und A) ist eine Impfung der beste Schutz. Kondome beim Geschlechtsverkehr und Blasen verringern zwar das Ansteckungsrisiko, bieten jedoch keinen sicheren Schutz. Übrigens: Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt auch gegen die seltenere Hepatitis D (mit der man sich nur anstecken kann, wenn man eine Hepatitis B hat).
  • Beim intravenösen Drogengebrauch; Safer Use (kein gemeinsamer Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör).
  • Im medizinischen Bereich: Einhaltung besonderer Hygienemaßnahmen (Schutzhandschuhe, Desinfektion)

Woran kann ich erkennen, dass ich Hepatitis B habe?
Zwischen Ansteckung und Erkrankung (= akute Infektion) vergehen in der Regel ein bis sechs Monate. Die akute Infektion bleibt in zwei Dritteln der Fälle unbemerkt und dauert meistens vier bis fünf Monate. Wie bei der Hepatitis A können grippeähnliche Symptome vorkommen, etwas häufiger als bei der Hepatitis A ist eine Gelbsucht mit Verfärbung des Urins, hellem Stuhl und Gelbfärbung der Haut.

Wie verläuft eine Hepatitis B?
In den meisten Fällen heilt Hepatitis B nach 6-10 Wochen aus. In 10-20% aller Fälle wird eine Hepatitis B nach der akuten Infektion chronisch (bei HIV-Positiven etwas häufiger); sie dauert ca. 10-15 Jahre und verläuft oft ohne Beschwerden. In seltenen Fällen kann sie auch von selbst ausheilen. Von den chronischen Fällen nehmen 10-30% einen aggressiven Verlauf mit Einschränkung der Leberfunktion. Sehr häufig kommt es zu einer Leberzirrhose mit hohem Risiko eines Leberkrebses.

Wie sieht es mit der Behandlung aus?
Bei Verdacht auf eine frische Ansteckung empfiehlt sich die rasche passive Immunisierung (innerhalb der ersten Stunden).

Du kannst damit das Risiko senken, dass die Infektion chronisch wird. Bei einer chronischen Hepatitis B kann man mit Interferon behandeln, um die Virenvermehrung bzw. eine Leberzirrhose zu stoppen. Dies schlägt aber nur in 40% der Fälle an und kann mit Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen, depressiven Verstimmungen oder einer Verminderung der Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen verbunden sein. In einigen Fällen ist auch die Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erfolgreich; dieser Ansatz wird zur Zeit weiter erforscht.

Hepatitis C

Die Hepatitis C macht in Deutschland etwa 10% aller virusbedingten Leberentzündungen aus. Schätzungsweise 500.000-800.000 Menschen sind infiziert, bis zu 400.000 haben eine chronische Hepatitis C.

Wie kann ich mich mit Hepatitis C anstecken?
Hepatitis C wird vor allem über Blut und Blutprodukte übertragen, z.B. beim Fisten (weil es dabei leicht zu kleinen Verletzungen kommen kann), bei gemeinsamem Gebrauch von Dildos oder Peitschen (durch Kontakt zwischen deinem Blut und dem deines Partners), beim Piercing oder Tätowieren und durch gemeinsame Benutzung von Rasierzeug oder Zahnbürste. Ob es auch bei Vaginal- oder Analverkehr zur Übertragung kommen kann, ist ungeklärt, gilt aber als unwahrscheinlich. Das Risiko einer sexuellen Übertragung ist aber viel geringer als bei der Hepatitis B.

Wer ist besonders gefährdet?

  • intravenös Drogen gebrauchende Menschen
  • Kokser
  • Fister

Vorsicht: Co-Infektionen! Infiziert man sich zusätzlich zu einer Hepatitis C mit Hepatitis A, kann das in kurzer Zeit zum Tod führen, bei zusätzlicher Hepatitis B zu beschleunigtem Auftreten der Leberzirrhose. Bei HIV-Positiven scheint die chronische Hepatitis C rascher zu verlaufen und häufiger zum Leberversagen zu führen.

Wie kann ich mich vor Hepatitis C schützen?

Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung.
Da das Hepatitis-C-Virus hauptsächlich über das Blut übertragen wird, sind Safer Sex und Safer Use (keine gemeinsame Benutzung von Spritzbesteck und Zubehör; beim Koksen nur eigene Röhrchen zum Sniefen benutzen) die besten Mittel, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Woran kann ich erkennen, dass ich Hepatitis C habe?
Zwischen Ansteckung und Erkrankung (= akute Infektion) vergehen in der Regel zwei Wochen bis sechs Monate. In etwa neun von zehn Fällen wird die akute Infektion (mit grippeähnlichen Symptomen) gar nicht bemerkt. Bei 50-80% der Patient(inn)en wird die Hepatitis C chronisch (bei Verläufen mit Gelbsucht seltener), davon in 20-30% der Fälle chronisch-aggressiv (mit Einschränkung der Leberfunktion, später oft mit Leberzirrhose und Risiko eines Leberkrebses).

Wie sieht es mit der Behandlung aus?
Bei Hepatitis C kann – wie bei Hepatitis B – eine Behandlung mit Interferon und antiretroviralen (virushemmenden) Medikamenten versucht werden. Bei einer Behandlung einer frischen Infektion (spätestens innerhalb von etwa neun Monaten nach der Infektion liegt die Heilungschance über 90%, danach sinkt sie immer weiter ab. Es ist daher sehr ratsam, sich bei erhöhtem Risiko (Fisten ohne Handschuhe, gemeinsamer Spritzen- und/oder Röhrchengebrauch beim Sniefen) sich alle sechs Monate testen zu lassen.

Weitere Infos
Wie kann ich mich genauer über Hepatitis informieren? Bei der AIDS-Hilfe Offenbach oder im Internet findest du weitere Hinweise z.B. unter: www.hepfinder.de