Aids

Was ist AIDS?
Wie kann man sich durch HIV anstecken und wodurch kann man sich nicht anstecken?

Das Wort AIDS steht für die englische Bezeichnung “Acquired Immuno Deficiency Syndrome”, zu deutsch “Erworbener Immundefekt”. Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert.

Als Hauptursache für AIDS wird die Infektion mit HIV (“Human Immuno Deficiency Virus” = “menschliches Immundefekt-Virus”) angesehen.

Die Wissenschaft teilt die HIV-Infektion in verschiedene Stadien ein. Mit AIDS wird das Stadium bezeichnet, bei dem das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und sich deshalb bestimmte Infektionskrankheiten und Tumore entwickeln können.

Eine Infektion mit HIV kann in der Regel nach 12 Wochen durch den Antikörpertest nachgewiesen werden. Ob sich eine HIV-Infektion zu AIDS entwickelt, wann und mit welchen Symptomen dies geschieht, hängt von vielen zusätzlichen Umständen ab, eine Prognose im Einzelfall ist sehr schwierig.

Für das Leben mit HIV gibt es keine “goldene Regel”. Wichtig ist, daß der Einzelne seinen stabilen Weg im Umgang mit dem Virus findet und, wenn nötig, Hilfe in Anspruch nimmt. Die HIV-Therapie ist besonders wirksam, wenn es dem Patienten gelingt, die notwendige Therapiedisziplin an den Tag zu legen und bei der regelmäßigen und fortwährenden Einnahme der Medikamente nicht zu schludern. Eine stabile Therapie über einen längeren Zeitraum verhindert, dass der/die Infizierte andere Menschen mit HIV anstecken kann. Ebenso wichtig ist ein soziales Umfeld, das Rückhalt und Unterstützung gibt, eine medizinische Versorgung und eine Pflege, die sich an seinen Bedürfnissen orientieren.

Man spricht bereits vorsichtig von einer schweren “chronischen” Erkrankung. Zumindest gibt es viele Anzeichen dafür, daß der medizinische Fortschritt zu einer immer höheren Lebenserwartung bei Menschen mit HIV führt. AIDS ist nach wie vor eine bedrohliche Krankheit. AIDS steht auch immer wieder für unbegründete Ängste, für Diskriminierung und Ausgrenzung.

Das liegt daran, daß AIDS eine Infektionskrankheit ist, viele aber nicht verstanden haben, daß die Infektion nur unter sehr speziellen Bedingungen möglich ist. Es liegt aber auch an der Tatsache, daß in der sogenannten “1.Welt” hauptsächlich Schwule und FixerInnen sich infiziert haben, von denen viele sich unbedingt distanzieren möchten.

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist und direkt in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute gelangt.

Für eine Infektion kann die Konzentration der Viren eines infizierten Menschen im Sperma, im Blut, in der Scheidenflüssigkeit und in der Muttermilch ausreichen. Die Konzentrationen in Urin, Koth, Speichel, Schweiß, und Tränenflüssigkeit reichen für eine Ansteckung nicht. Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen. (Die Darmschleimhaut ist besonders empfindlich).

Safer Sex heißt:
Beim Bumsen ein Kondom und nur wasserlösliche Gleitcreme benutzen, beim Blasen kein Sperma in den Mund kommen lassen, beim Lecken der Scheide nicht massiv Scheidenflüssigkeit aufnehmen. So können HIV-Infektionen (und natürlich andere Infektionskrankheiten) vermieden werden.

Safer Sex kann auch bedeuten: Bei einer über sechs Monate hin erfolgreichen HIV-Therapie mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze und ohne das Vorhandensein von weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs), liegt das Übertragungsrisiko zwischen einem Infizierten und einem Nicht-Infizierten nicht höher als diese Schutzstrategie beim Gebrauch von Kondomen ist.

Beim Benutzen von gemeinsamen Spritzbestecken wird HIV unter FixerInnen sehr leicht verbreitet. Saubere Spritzen verhindern HIV- und Hepatitisinfektionen! Das Infektionsrisiko von Kindern von HIV-positiven Frauen während der Schwangerschaft, bei und nach der Geburt kann heute unter optimalen Bedingungen und durch den Verzicht auf das Stillen bereits auf unter 2% gesenkt werden. Eine Infektion durch Blut- und Blutplasmaprodukte ist heute in Deutschland praktisch ausgeschlossen.

Text erstellt mit Hilfe der DAH / BZgA Publikation “Heutiger Wissenstand” (2009).