HIV

HIV Infektion

Wie kann HIV übertragen werden?

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge vorhanden ist und direkt oder über die Schleimhäute in die Blutbahn gelangt.

Blut – auch Menstruationsblut – und Sperma enthalten das Virus in hoher Konzentration. Die Konzentration ist geringer in der Scheidenflüssigkeit und Muttermilch, sie kann jedoch immer noch für eine Ansteckung ausreichen. HIV kann übertragen werden, wenn eine dieser Körperflüssigkeiten in die Blutbahn oder auf die Schleimhäute eines anderen Menschen gelangt.

Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen. Vor allem die Darmschleimhaut ist äußerst empfindlich und kann HIV direkt aufnehmen. Deshalb ist der Analverkehr ohne Kondom sehr risikoreich. HIV kann auch beim Vaginalverkehr übertragen werden: Durch kleine, nicht spürbare Verletzungen der Vagina oder Reizungen der Gebärmutter (z.B. durch die Spirale, durch Pilze und andere sexuell übertragbare Erreger) kann infektiöse Samenflüssigkeit in die Blutbahn der Frau gelangen.

Möglich ist auch eine Übertragung von der Frau auf den Mann: Infektiöses Scheidensekret oder Menstruationsblut kann durch winzige Hautrisse am Penis zur Ansteckung des Partners führen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, daß HIV leichter vom Mann auf die Frau übertragen wird als umgekehrt. Während der Periode ist das Infektionsrisiko für die Frau wie für den Mann erhöht. Besonders risikoreich ist der gemeinsame Gebrauch von Injektionsbestecken (Spritzen) beim Fixen. Hierbei kann infiziertes Blut direkt in die Blutbahn eindringen. Durch medikamentöse Behandlung kann die Viruskonzentration soweit absinken, dass eine Ansteckung nicht mehr möglich ist.

Kinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft, während der Geburt und auch beim Stillen angesteckt werden. Unter optimalen Bedingungen kann die Übertragungsrate durch medikamentöse Behandlung in den letzten Wochen der Schwangerschaft auf unter 2% gesenkt werden.

Menschen mit Hämophilie (Bluter) sind heute nicht mehr durch das für sie lebenswichtige Blutplasmakonzentrat HIV-gefährdet. Durch besondere Verfahren, z.B. durch Erhitzen, und durch gentechnische Herstellung wird weitestgehend sichergestellt, daß derartige Blutprodukte kein HIV enthalten.

Um zu verhindern, daß bei Bluttransfusionen HIV übertragen wird, werden in der Bundesrepublik Deutschland alle Blutspenden in einem Routine-Test auf HIV-Antikörper untersucht. Ein minimales Restrisiko bleibt durch die “diagnostische Lücke” (das ist der Zeitraum, der zwischen der eventuellen Ansteckung des Spenders und der Bildung zuverlässig nachweisbarer Antikörper liegt: in der Regel 12 Wochen) bestehen. Auf eine lebensrettende Bluttransfusion sollte deshalb niemand verzichten

Text auf Grundlage der Publikation “Heutiger Wissensstand” der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2. Auflage 2009